Wenn man bei uns ins Wohnzimmer kommt, sieht man rechts in der Ecke einen geflochtenen Korb stehen.
Darin türmen sich verschiedene bunte Stoffbeutel.
Was sie enthalten?
Eine Vielzahl begonnener Strickprojekte und manchmal auch nur Wolle, die darauf wartet endlich zu dem einen Kleidungsstück zu werden.
Laut meiner akribisch handschriftlich geführten Liste dürfte es sich dabei um exakt 22 Projekte handeln.
Acht Tücher, sieben Pullover, eine Mütze, ein Paar Socken, ein Cowl und vier Jacken.
Das älteste Schätzchen ist ein Tuch, das dieses Jahr tatsächlich seinen zehnten Geburtstag feiert. Dabei handelt es sich um das In Dreams Mystery Tuch mit knapp 1000 einzustrickenden Perlen. Und nein, das ist kein "totes Projekt". Erst letztes Jahr habe ich einige weitere Reihen daran gestrickt. Bis es fertig gestellt wird, wird es noch lange dauern. Schwarzes Garn, schwarze Perlen und ein Kleinkind an der Hand machen es nicht gerade zum idealen Strickprojekt in meiner derzeitigen Lebenssituation. Das macht nichts, denn ich weiß, dass es irgendwann soweit sein wird.
Viele bekommen jetzt wahrscheinlich ein nervöses Zucken im Augenwinkel, wenn sie an den Berg begonnener Projekte denken.
Ich bin da aber völlig entspannt. Diese Anzahl an Wips habe ich seit Jahren. Manchmal packt es mich und ich arbeite mehrere ältere Schätzchen ab - z. B. erst letztes Jahr habe ich eine Jacke fertig gestrickt, die ich 2015 angeschlagen habe.
An anderen Tagen wiederum fange ich drei neue Sachen an, weil mich die Anleitungen einfach anspringen und SOFORT angeschlagen werden müssen.
Mich stört das nicht, viel mehr würde mich, glaube ich, stören, wenn ich aus irgendeinem Grund irgendwann nicht mehr stricken könnte und dann bedaure dieses eine Garn oder diese eine Anleitung nicht ausprobiert zu haben.
Fertig wird alles irgendwann. Manches braucht eben länger.
Und so arbeite ich im Moment an einem Paar Porthos-Socken aus Ponderosa-Glitzer-Sockenwolle (Anleitung von Caia Gossens) und dem Oksa-Pulli von Caitlin Hunter aus Lana Grossa Cool Merino - beides angefangen im letzten Jahr - und der Caramel-Jacke von Isabell Kraemer aus Wollmeise DK von 2014.
(Nix Werbung, alles artig selbst gekauft)
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